|
|
1. Juni 2004
Das Spotlight in Spanien: Satelliten-Auswertezentrum zum Thema Nowcasting und KürzestfristvorhersagenAuf zwei Treffen wird die Bedeutung der spanischen Satellite Application Facility (SAF) herausgestelltZwei unmittelbar bevorstehende Konferenzen in Spanien werden sich mit dem Thema „Nowcasting“ befassen – wobei mit „Nowcasting“ lokale Sofortvorhersagen bzw. Vorhersagen für die nächsten Stunden bezeichnet werden. Mit Hilfe von „Nowcasting“-Methoden können vor allem kurzlebige, meist schwere Wetterphänomene wie zum Beispiel Nebel oder Gewitter überwacht werden. Die erste Konferenz zum Thema findet vom 2. bis 5. Juni in Barcelona statt. Als sogenannte erste Weltkonferenz zur Übertragungs-Meteorologie wird sie von der Internationalen Vereinigigung für Übertragungsmeteorologie, wie auch der Amerikanischen Meteorologischen Gesellschaft (AMS) organisiert. Verschiedene Wetterdienste treten als Sponsoren auf. Die Konferenz ist ein Bestandteil des Forum 2004, einer Veranstaltung von Weltrang, auf der verschiedene Kulturen wie auch Beispiele der Weltkunst vorgestellt werden mit dem Ziel, durch Globalisierung entstandene Spannungen über Dialog, Gespräche und Festveranstaltungen abzubauen. Die zweite Konferenz befaßt sich mit der Anlaufphase des Nowcasting SAF und wird in Madrid vom 14. bis zum 16. Juni stattfinden. Der nationale spanische Meteorologische Dienst (Instituto Nacional de Meteorologia) koordiniert das SAF zum Thema Nowcasting und Kürzestfristvorhersagen, welches wiederum von EUMETSAT, der Europäischen Organisation zur Nutzung von meteorologischen Satelliten, gefördert wird. SAFs sind Zentren zur Bearbeitung von Satellitendaten für die Zwecke bestimmter Anwendergruppen. Diese Zentren übernehmen besondere Aufgaben im Bereich Forschung, Entwicklung und operationelle Aktivität, die nicht von der EUMETSAT Zentrale durchgeführt werden. Jedes der sieben anerkannten SAF wird von einem nationalen Wetterdienst geleitet, wobei EUMETSAT das Gesamtkonzept wie auch die Projektkoordination für alle sieben SAFs verantwortet. Nowcasting basiert auf umfangreichen und detaillierten Beobachtungen eines bestimmten Gebiets, für die Vorhersage werden hochauflösende Satellitendaten benötigt – Daten wie sie nur der neue Meteosat-8 liefert. Meteosat-8 ist der erste Satellit aus der zweiten Generation (Meteosat Second Generation – MSG), der hochwertige Bilder in kürzeren d.h. 15-minütigen Zeitabständen liefert. Meteosat ist seit Ende Januar im regulären Dauerbetrieb und leistet bereits einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Wettervorhersage. Am 1997 begonnen Projekt zum Nowcasting SAF sind neben dem nationalen spanischen Wetterdienst die jeweiligen Pendants in Frankreich, Schweden und Österreich beteiligt. Die entwickelten Softwarepakete und Tools sind nach intensiver Testphase nun bereit zum Einsatz und werden die Anwender in die Lage versetzen, MSG-Daten, wie auch solche der polarumlaufenden Satelliten zu verarbeiten. Mit Hilfe der verschiedenen Softwareprogramme können Daten zu Wolkenparametern, Niederschlag, Luftmasse-Parametern, sowie hochaufgelösten Windvektoren und Gewittern extrahiert werden. “Das Nowcasting SAF macht den gewünschten Fortschritt und wir sind jetzt schon gespannt auf die Resultate. Auf jeden Fall werden uns die verschiedenen SAF dabei helfen, noch mehr Leben und Besitztümer zu retten, wenn wir nämlich gefährliche, schnell heranziehende Wettersituationen besser vorhersagen können“, sagt Luis Lopez-Cotin, Leiter des Nowcasting SAF beim Instituto Nacional de Meteorologia in Madrid.
Detailinfomationen zum Workshop finden sich auf der Webseite des NWC SAF unter EUMETSAT EUMETSAT ist eine zwischenstaatliche Organisation, die operationelle meteorologische Satelliten für 18 europäische Staaten herstellt und unterhält (Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz, die Türkei und Großbritannien). Sechs Staaten arbeiten mit EUMETSAT auf Basis eines Kooperationsstatuts zusammen (Kroatien, Ungarn, Polen, Slowakei, Slovenien und Rumänien). Zwei weitere Abkommen wurden mit Serbien & Montenegro und der Tschechischen Republik abgeschlossen. Nach Ratifizierung dieser Verträge durch die nationalen Parlamente gehören diese Länder zu EUMETSAT's jüngsten Kooperationsstaaten. Die Daten, Produkte und Dienstleistungen der von EUMETSAT betriebenen Satelliten leisten einen erheblichen Beitrag zur Wettervorhersage und zur Überwachung des globalen Klimas. |
|
||||