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30. Juli 2008
Jason-2 nimmt Vermessung der Meeresoberflächen aufWeniger als ein Monat nach dem Start des Jason-2 Meeresbeobachtungs-Satelliten wurden die gewonnenen Daten nun erstmals zur Erstellung kompletter Karten der Meeresoberflächen-Topographie genutzt. Die Karten wurden anhand der Daten berechnet, die Jason-2 in den ersten 10 Tagen nach seiner Ankunft auf der operationellen Orbitposition am 04. Juli aufgezeichnet hat.Mit Erreichen seiner endgültigen Erdumlaufbahn in 1.336 km Höhe über der Erde bei einer Neigung von 66° reihte Jason-2 sich mit einem Abstand von etwa 55 Sekunden hinter seinen experimentellen Vorgänger Jason-1 ein, mit dem er seither in Formation fliegt. So werden nahezu gleichzeitig Messungen vorgenommen, anhand derer die Wissenschaftler die präzise Einstellung der Instrumente an Bord von Jason-2 vornehmen können. Der Vergleich zwischen den Daten beider Satelliten ergab eine sehr gute Übereinstimmung aller gemessenen Parameter. Nur 48 Stunden nach dem Start des Satelliten an Bord einer Trägerrakete Delta II vom Stützpunkt der US-Luftwaffe in Vandenberg/Kalifornien am 20. Juni lieferte Jason-2 die ersten Daten über Wellenformen. Das französische Raumfahrtforschungszentrum Centre National d'Etudes Spatiales (CNES) erstellte daraufhin ein erstes Operationelles Geophysikalisches Test-Datenprodukt (OGDR). Im Anschluss an die ersten vorläufigen Orbit-Berechnungen des Höhen- und Bahnbestimmungssystems DORIS (Doppler Orbitography and Radiopositionning Integrated by Satellite) erstellte CNES dann eine Woche nach dem Start das erste Interim Geophysikalische Datenprodukt. Im Rahmen des Programms zur Beobachtung der Topographie der Meeresoberflächen wird Jason-2 maßgeblich zur Überwachung des Klimawandels und zur Beobachtung von Meereszirkulation und Wetter beitragen. Nach Einstellung der Instrumente durch die jeweiligen Partner wird der Satellit die große EUMETSAT-Nutzergemeinschaft über die bewährten Kommunikationswege der europäischen Wettersatellitenorganisation operationell mit ozeanographischen Produkten versorgen. Das wichtigste Instrument an Bord von Jason-2 ist das Zwei-Frequenz-Altimeter 'Poseidon 3'. Jason-2 sichert die dringend erforderliche Datenkontinuität, die unabdingbar ist für die Messungen der Änderung der Höhe des Meeresspiegels, einem der Hauptindikatoren für den Klimawandel. Gleichermaßen wichtig ist Jason-2 für die Meteorologie und Ozeanographie hinsichtlich der Erstellung von Langzeit- und Jahreszeitenvorhersagen. Darüber hinaus wird mit Jason-2 die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den USA und Europa fortgeführt. Es ist ein Programm von weltweiter Bedeutung, bei dem die Aufgaben in den Bereichen Entwicklung und Satellitenstart zwischen CNES und der US-amerikanischen Weltraumbehörde National Aeronautics and Space Administration (NASA) aufgeteilt sind. CNES und die US-amerikanische Wetterbehörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) sind für den Betrieb des Satelliten zuständig, während die Leitung der Mission im Auftrag der NASA in der Verantwortung des Jet Propulsion Laboratory (JPL) liegt. Je nach Art des Produkts erfolgt die Verarbeitung der Daten durch CNES, EUMETSAT oder NOAA, wobei EUMETSAT als Schnittstelle für die Verteilung der Produkte in nahezu Echtzeit an die Nutzer in Europa fungiert. Nach erfolgreicher Einstellung der operationellen Version des Jason-2-Echtzeit-Prozessors konnte EUMETSAT die ersten Altimetrieprodukte erzeugen. EUMETSAT ist für die Verarbeitung der in der Bodenstation Usingen eingehenden Jason-2-Rohdaten zuständig. Sieben mal am Tag, wenn Jason-2 Usingen überfliegt, generiert der Prozessor automatisch die Produkte, die für Kalibrierungs- und Validierungszwecke genutzt werden. Die Kalibrierung und Validierung der Daten ist für deren zukünftige Nutzung für wissenschaftliche Zwecke unabdingbar. Auch die NOAA wird die Rohdaten von Jason-2 an ihren Bodenstationen in Wallops und Fairbanks empfangen und wird aus ihnen gleichartige Produkte erstellen.
Die europäische Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten ist eine zwischenstaatliche Organisation mit Sitz in Darmstadt, Deutschland, mit derzeit 21 europäischen Mitgliedsstaaten (Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Türkei und das Vereinigte Königreich) und 9 Kooperationsstaaten (Bulgarien, Estland, Island, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Tschechische Republik und Ungarn). EUMETSAT betreibt gegenwärtig die geostationären Satelliten Meteosat-8 und –9 über Europa und Afrika sowie Meteosat-6 und -7 über dem Indischen Ozean. Metop-A, Europas erster polarumlaufender Wettersatellit, wurde im Oktober 2006 gestartet und liefert seit dem 15. Mai 2007 operationelle Daten. Inzwischen erweitert der Meeresbeobachtungssatellit Jason-2 die bisherige Palette von EUMETSAT um Daten zur Topographie der Meeresoberflächen. Die Daten, Produkte und Dienste von den Satelliten von EUMETSAT leisten einen bedeutenden Beitrag für die Wettervorhersage und für die Überwachung des globalen Klimas. |
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