Monitoring weather and climate from space

Pressemitteilungen

11. Dezember 2008

EUMETSAT Ratssitzung in Darmstadt

EUMETSAT, die Europäische Organisation zur Nutzung von Meteorologischen Satelliten hat am 9 und 10 Dezember die 66igste Ratssitzung in Darmstadt abgehalten.

General Dr. Massimo Capaldo, Vorsitzender der Meteorologischen Abteilung (Chief of the Staff Office - Ufficio Generale Spazio Aereo e Meteorologia), beim nationalen italienischen Wetterdienst, agierte als Vorsitzender des Rats.

Es war die erste Ratssitzung an der Ungarn als vollberechtigter Mitgliedsstaat teilnahm. Ungarn ist seit dem 9. Oktober 2008 Mitgliedsstaat von EUMETSAT. Wie der Generaldirector von EUMETSAT, Dr. Lars Prahm, dem Rat mitteilte ist er “…sehr zufrieden, daß nun auch Ungarn vollberechtigtes  Mitglied von EUMETSAT ist“.

Der Rat genehmigte Resolutionen zum Beitritt Polens und Lettlands, die beide im Laufe des nächsten Jahres Mitgliedsstaaten werden sollen. Der Ratsvorsitzende General Dr. Capaldo begrüßte nachdrücklich die “Erweiterung der EUMETSAT-Familie”.

Darüberhinaus verlängerte der EUMETSAT Rat die Kooperationsvereinbarung mit Rumänien bis zum Ende 2010. Verhandlungen über den Beitritt werden Anfang 2009 beginnen. Der Rat stimmte ebenfalls einer Anpassung der Kooperationsvereinbarung mit Serbien zu und ebnete damit den Weg für die Ratifizierung dieser Vereinbarung.

Außerdem genehmigte der Rat das Anberaumen eines Treffens potentieller Teilnehmer an einem Folgeprogramm für den Jason-2 Ozean-Altimetriesatelliten, welches Anfang 2009 stattfinden soll. Wie Dr. Prahm betonte “..ist eine schnelle Entscheidung notwendig, wenn Europa die Datenkontinuität für die Klimaüberwachung wie auch den „GMES/Kopernikus Marine Core Service“ gewährleisten will.” Mehrere Delegierte betonten ihre Unterstützung bezüglich einer Folgemission für Jason-2.

Der Rat stimmte einem vorläufigen Programmvorschlag für das Sentinel-3 Drittparteiprogramm zu. Diese Entscheidung wird es EUMETSAT ermöglichen, bereits im Januar 2009 mit entsprechenden Aktivitäten zu beginnen. Dies geschieht in Vorwegnahme einer späteren Genehmigung von GMES/Kopernikus Sentinel-3 als Drittparteiprogramm in EUMETSAT, unter der Verantwortung der European Space Agency (ESA). EUMETSAT soll Sentinel-3 betreiben und damit der marinen Nutzergemeinschaft Echtzeit (near-real-time) und Offline-Programme zur Verfügung stellen.

Der Rat stimmte einem Konzept zur Kooperation mit der US National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) zu, welches die Fortdauer des gemeinsamen Polarsystems gewährleistet.  Außerdem wurde die Kooperationsvereinbarung mit der Indian Space Research Organisation (ISRO) erweitert. Diese deckte den Austausch von Daten geostationärer Satelliten ab. Zukünftig können auch Daten polarumlaufender Satelliten und Ozean-Altimetriesatelliten ausgetauscht werden. 

Um jetztige und zukünftige Aktivitäten zu ermöglichen, stimmte der Rat dem Bau eines neuen Technikgebäudes in der EUMETSAT Zentrale in Darmstadt zu.

Schlußendlich wurden im Rat Pläne zur Kommunkation von EUMETSATs Aktivitäten im Bereich der Überwachung des Klimawandes diskutiert. In diesen Kontext gehört die Absicht EUMETSATs, einen proaktiven Beitrag zu neuen Klimaaktivitäten zu leisten, die von der Europäischen Kommission und ESA initiiert werden; diese Aktionen sollen in Absprache mit beiden Parteien durchgeführt werden. Zudem soll die Kooperation bezüglich Klimawandel mit der World Meteorological Organization, the Group on Earth Observations und dem Committee on Earth Observation Satellites intensiviert werden, es sollen bereits existierende EUMETSAT Kommunikationsmaßnahmen verstärkt werden; die Strategie der EUMETSAT Satellite Application Einrichtungen soll angepaßt werden, um die Forschung bezüglich Klimawandel auszubauen. Auch eine Klimasektion in EUMETSAT’s Erdbeobachtungs-Portal eingeführt werden.

Über EUMETSAT

Die europäische Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten ist eine zwischenstaatliche Organisation mit Sitz in Darmstadt, Deutschland, mit derzeit 22 europäischen Mitgliedsstaaten (Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Türkei, Ungarn und das Vereinigte Königreich) und 8 Kooperationsstaaten (Bulgarien, Estland, Island, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien und Tschechische Republik).

EUMETSAT betreibt gegenwärtig die geostationären Satelliten Meteosat-8 und –9 über Europa und Afrika sowie Meteosat-6 und -7 über dem Indischen Ozean.

Metop-A, Europas erster polarumlaufender Wettersatellit, wurde im Oktober 2006 gestartet und liefert seit dem 15. Mai 2007 operationelle Daten.

Inzwischen erweitert der am 20. Juni 2008 gestartete Meeresbeobachtungssatellit Jason-2 die bisherige Palette von EUMETSAT um Daten zur Topographie der Meeresoberflächen.

Die Daten und Produkte von den Satelliten von EUMETSAT leisten einen bedeutenden Beitrag für die Wettervorhersage und für die Überwachung des globalen Klimas.

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