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EUMETSAT unterstützt Afrika beim Aufbau seines ersten kontinentalen Nowcasting-Netzes

 

Die heute eingeweihte AMSAF verbessert Nowcasting in ganz Afrika durch Satellitendaten der nächsten Generation

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Heute wurde in Addis Abeba, Äthiopien, die African Meteorological Satellite Application Facility (AMSAF) eingeweiht. Sie stärkt die Nowcasting-Fähigkeiten in afrikanischen Ländern und nutzt dafür Daten von Satelliten der nächsten Generation.

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18 May 2026

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18 May 2026

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Vertreterinnen und Vertreter der Kommission der Afrikanischen Union, der Europäischen Union, von EUMETSAT, des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF), der Kenya Meteorological Service Authority (KMSA), der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) sowie des AMSAF-Teams für technische Unterstützung unter der Leitung des Finnischen Meteorologischen Instituts — gemeinsam mit den Konsortialpartnern der Spanischen Staatlichen Meteorologischen Agentur (AEMET), der Universität Leeds und Météo Maroc — kamen am 18. Mai 2026 in Addis Abeba zur Auftaktveranstaltung von AMSAF zusammen. Bild: Afrikanische Union

Unwetter wie Stürme und Tornados in Teilen Afrikas haben in den letzten Jahren zu Überschwemmungen und erheblichen Schäden an der Infrastruktur geführt, was Todesfälle und die Umsiedlung von Tausende zur Folge hatte. Jedes Jahr sind Millionen von Menschen in diesen Regionen von Extremereignissen betroffen. Dies verdeutlicht die Dringlichkeit rechtzeitiger und genauer Wetterinformationen.

Die AMSAF wird die nationalen meteorologischen und hydrologischen Dienste auf dem gesamten Kontinent in die Lage versetzen, ihre eigenen Kürzestfristvorhersagen, sogenannte „Nowcasts“ (Vorhersagen für die nächsten 0 bis 6 Stunden), zu verbessern. Die Vorhersagen sollen damit robuster werden und stärker auf die regionalen Risiken und nationalen Prioritäten zugeschnitten werden. Das Netz unterstützt außerdem die Initiative „Early Warnings for All“ (Frühwarnungen für alle) der Vereinten Nationen sowie das AMHEWAS-Framework[1] der Afrikanischen Union, durch das mehrere Risiken erfassende Frühwarnsysteme in ganz Afrika gestärkt werden.

„Die AMSAF ist ein wichtiger Schritt, um afrikanische Länder dabei zu unterstützen, die vollständige Eigenverantwortung für ihre Wettervorhersagekapazitäten zu übernehmen“, sagte Phil Evans, Generaldirektor von EUMETSAT.

„Wir treiben die Entwicklung von für die lokalen Bedingungen maßgeschneiderten Satellitenprodukten voran. Damit tragen wir dazu bei, die Widerstandsfähigkeit gegenüber Extremwetter zu stärken und eine nachhaltige Entwicklung auf dem gesamten Kontinent zu fördern.“

Die AMSAF wird ein über ganz Afrika verteiltes Netz regionaler Nowcasting-Zentren aufbauen.

Gemeinsam werden diese Zentren West-, Ost-, Zentral- und Südafrika versorgen, und das ACMAD (African Centre of Meteorological Applications for Development mit Sitz in Niger) wird ebenfalls zu dem Netzwerk beitragen. 

Mit Daten von Meteosat-Satelliten der dritten Generation (Meteosat Third Generation, MTG) werden die AMSAF-Zentren Nowcasts erstellen, um rechtzeitige Entscheidungen auf nationaler Ebene zu unterstützen. Jedes Zentrum wird mit einer lokalen oder cloudbasierten Verarbeitungsinfrastruktur arbeiten und durch ein umfassendes Programm zum Kapazitätsaufbau unterstützt werden.

Die AMSAF wird von der Kommission der Afrikanischen Union (African Union Commission) im Rahmen des von der EU finanzierten Projekts „Strengthening Early Warning in Africa“ (SEWA) eingerichtet, das Teil des Weltraum-Partnerschaftsprogramms zwischen Afrika und der EU in der Global-Gateway-Strategie der Europäischen Kommission ist. Das SEWA-Projekt wird gemeinsam von EUMETSAT, der Kommission der Afrikanischen Union (AUC) und dem Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen (European Centre for Medium-Range Weather Forecasts, ECMWF) umgesetzt.

Im Rahmen dieser Bemühungen und in Anerkennung der Bedeutung der MTG-Daten für Afrika, wird EUMETSAT in diesem Jahr den Zugriff auf weiteren MTG-Daten im ganzen Kontinent gewähren, insbesondere durch die Erhöhung der Datenbandbreite seines operativen Datenverteilsystems EUMETCast-Africa. Durch diese Erweiterung werden die AMSAF und die nationalen Wetterdienste von einer verbesserten Datenverfügbarkeit profitieren.

Erfahren Sie im folgenden Artikel, wie die neue African Meteorological Satellite Application Facility den Wetterdiensten dabei unterstützt wird, das volle Potenzial der MTG-Daten für Nowcasting auszuschöpfen: „Forecasting at storm speed across Africa“  [auf Englisch].

Entdecken Sie hier die atemberaubende Echtzeitansicht von Afrika, aufgenommen von Meteosat-12 aus seiner geostationären Umlaufbahn in 36.000 km Höhe über der Erde, mit Kombination von FCI-Bilder und Blitzbeobachtungen.

[1] Africa Multi-Hazard Early Warning and Early Action System

Über EUMETSAT – Verlässlich im Weltraum. Unverzichtbar auf der Erde.

Seit 1986 beobachtet EUMETSAT, die europäische Agentur für meteorologische Satelliten, Wetter und Klima aus dem Weltraum. Vier Meteosat-Satelliten überwachen kontinuierlich sich rasch entwickelnde Wetterereignisse, während zwei Metop-Satelliten Vorhersagen von bis zu zehn Tagen im Voraus unterstützen. EUMETSAT betreibt zudem Dienste im Rahmen des Copernicus-Programms und leitet die Entwicklung des Data Lake für „Destination Earth“.


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